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Freitag, 27. Januar 2017

REZENSION - Das tote Mädchen





Titel: Das tote Mädchen
Autor: Steven James
Verlag: cbt (Januar 2017)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 384
Preis: ca. 10€ (D)
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: ---

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Als ein totes Mädchen im Lake Algonquin gefunden wird, glaubt der 16-jährige Daniel, wie alle anderen auch, dass seine zwei Jahre jüngere Mitschülerin Emily durch einen tragischen Unfall ums Leben kam. Doch bei ihrer Beerdigung hat er eine Vision von ihr, wie sie ihn um Hilfe bittet. Daniel glaubt, dass sie ermordet wurde. Doch keiner will ihm glauben. Es fällt Daniel immer schwerer, zwischen seinen Visionen und der Realität zu unterscheiden. Doch er muss den wahren Killer stellen, bevor dieser wieder tötet ...

Nachdem ich mal wieder wirklich Lust auf einen kurzweiligen Jugendthriller für Zwischendurch hatte ist mir das Buch direkt aufgefallen. Das Cover gefällt mir total gut, es ist spannend gestaltet und passt auch gut zum Inhalt des Buches. Auch der Klappentext klang sehr spannend, besonders wegen den Visionen die den Protagonisten anscheinend plagen. Ich erwartete eine kurzweilige Geschichte, die eher nicht mit Originalität oder tiefgründigen Charakteren punktet sondern vor allem durch große Spannung bei mir Eindruck machen wird. Als ich anfing zu lesen war ich ziemlich schnell gefesselt von der Handlung und wollte wissen wie das ganze ausgeht. Auch wenn die Geschichte wirklich nicht originell war sondern ich ähnliche schon sehr oft gelesen habe und sie auch "nur" gut fand hatte ich Spaß beim Lesen. Die Charaktere und das Drumherum konnten mich nicht vollständig überzeugen. Es schien mir alles ziemlich blass und nicht so detailliert ausgearbeitet. Daniel, der Protagonist, war mir weder besonders sympathisch noch unsympathisch, ich habe aber auf jeden Fall mit ihm gerätselt was es mit den Visionen auf sich hat. Um ehrlich zu sein fällt es mir nach wie vor schwer in Worte zu fassen wie ich das Buch fand. Einerseits habe ich es gerne gelesen und auch mitgefiebert, aber gleichzeitig war es mir auch ein wenig zu gewöhnlich, ähnliche Geschichten gibt es einfach schon viele. Und dann war da noch das Ende, das mir überhaupt nicht gefallen hat. Mit der Zeit wurde alles immer abgedrehter und die Authentizität ging immer mehr verloren. Ich bin hin und hergerissen was ich von dem Buch halten soll, aber denjenigen die auf der Suche nach einem spannenden Jugendthriller für Zwischendurch sind, nicht allzu viel Wert auf eine vollkommen realitätsgetreue Handlung legen und evtl auch noch nicht ganz so viele Bücher in die Richtung gelesen haben, kann ich das Buch trotz allem empfehlen. Und auch denjenigen, die hier von Anfang an kein Meisterwerk erwarten, denn unterhaltsam und spannend ist die Geschichte meiner Meinung nach. Sie lässt sich schnell und problemlos lesen und hat mich aus irgendeinem Grund doch sehr in ihren Bann gezogen.

Steven James ist preisgekrönter Bestsellerautor von mehreren Thrillern. Das tote Mädchen ist sein erstes Buch für Jugendliche. Er lebt am Fuß der Blue Ridge Mountains im östlichen Tennessee. (Quelle: Verlagshomepage)





3 von 5



Vielen herzlichen Dank an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!


Sonntag, 15. Januar 2017

REZENSION - Young Elites. Die Gemeinschaft der Dolche




Titel: Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche
Autor: Marie Lu
Verlag: Loewe (Januar 2017)
Einband: Gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 416
Preis: ca. 19€ (D)
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: Young Elites
1. Die Gemeinschaft der Dolche
2. Das Bündnis der Rosen (Herbst 2017)

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Über Nacht verfärbten sich Adelinas wunderschöne schwarze Haare plötzlich silbern. Seit sie das mysteriöse Blutfieber überlebte, ist die Tochter eines reichen Kaufmanns gezeichnet und von der Gesellschaft verstoßen. Aber die Krankheit hat ihr nicht nur eine strahlende Zukunft genommen, sondern auch übernatürliche Kräfte verliehen. Und Adelina ist nicht die Einzige. Die Gemeinschaft der Dolche wird vom König gejagt und gefürchtet, denn mit ihren unerklärlichen Fähigkeiten sind sie imstande, ihn vom Thron zu stürzen. Doch dazu benötigen sie Adelinas Hilfe ...

Das Cover finde ich einfach nur toll, obwohl mir ähnliche Cover oft nicht gefallen. Dieses hier hat aber etwas an sich das irgendwie total anziehend und cool ist und ich bin schon wahnsinnig gespannt auf die weiteren Bände. Der Klappentext hat mich zunächst gar nicht so sehr angesprochen, ich fand ihn ganz interessant, aber das Ganze klang für mich nicht nach einem absoluten Must-Read. Trotzdem wollte ich das Buch gerne lesen, denn die Legend-Trilogie von Marie Lu hat mir wahnsinnig gut gefallen. Als mich das Buch dann überraschend erreichte wurde ich dann vollends überzeugt und im Endeffekt habe ich das Buch an einem einzigen Tag durchgelesen oder besser gesagt: ich habe es durchgesuchtet. Vom ersten Moment an konnte mich Marie Lu mit ihrem Schreibstil wieder komplett begeistern und die Geschichte gefiel mir viel besser als erwartet. Die Welt ist zwar einer Fantasie entsprungen, es gibt besondere Gaben und alles was zu einem Fantasy-Roman dazugehört, aber trotz allem war die Handlung nicht zu abgedreht und wirkte authentisch. Zur Handlung an sich möchte ich gar nicht allzu viel sagen, da ich nichts vorweg nehmen möchte, aber ich kann sagen: ich fand sie absolut super fantastisch! Schon nach ein paar wenigen Seiten nahm die Spannung immer mehr zu und hielt sich bis zur letzten Seite. Ich war gefesselt von den Geschehnissen rund um Adelina und konnte nicht aufhören weiterzulesen. Es gibt keinen einzigen Moment der auch nur annähernd langweilig war und überraschende Wendungen haben mich dauerhaft in Atem gehalten. Die Protagonistin, Adelina, an sich mochte ich nach einiger Zeit auch sehr gerne. Am Anfang brauchte ich zugegebenermaßen meine Zeit um mit ihr warm zu werden und sie auch ein wenig zu "durchschauen", aber dann fand ich sie richtig klasse! Besonders gefallen hat mir an ihr, dass sie eben alles andere als die typische Protagonistin war und durchaus düstere Seiten hat. Sie ist alles andere als das unscheinbare nette Mädchen von nebenan wie man es aus dutzenden Büchern kennt. Genauso wie all die anderen Charaktere, die ihr ebenfalls besser selbst kennenlernen solltet, war sie etwas besonderes und irgendwie total cool. Das einzige was mich dann aus meiner Begeisterung herausgerissen hat war der Epilog, aber dazu werde ich nicht mehr sagen und diese paar Seiten waren auch nicht so schlecht, dass ich deshalb das Buch abwerten würde. Deshalb kann ich nur eine klare Empfehlung an alle aussprechen, die im Fantasy-Genre unterwegs sind. Der erste Teil von "Young Elites" hat mich mehr als positiv überrascht und komplett überzeugt und ich kann es kaum abwarten bis im Herbst endlich der zweite Teil erscheinen wird!

Marie Lu, Autorin der Bestseller-Trilogie Legend, wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of Southern California studierte. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie bei den Disney Interactive Studios, ehe sie sich ganz dem Schreiben widmete. Die Bestsellerautorin lebt mit ihrem Mann und drei Hunden in Santa Monica, nahe dem Meer. Ihre wenige Freizeit verbringt sie mit Lesen, Zeichnen, dem Spielen von Assassin´s Creed und Im-Stau-Stehen. (Quelle: Verlagshomepage Loewe)




5 von 5



Ein riesengroßes Dankeschön geht an den Loewe-Verlag für dieses überraschende Rezensionsexemplar!

Samstag, 14. Januar 2017

REZENSION - Über mir der Himmel





Titel: Über mir der Himmel
Autor: Jandy Nelson
Verlag: cbt (November 2016)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 352
Preis: ca. 10€ (D)
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: ---

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Siebzehn Jahre hat Lennie glücklich im Schatten ihrer strahlenden Schwester gelebt. Doch jetzt ist Bailey tot. Es ist, als hätte jemand den Himmel ausgeknipst. Bis Lennie sich verliebt – zum ersten Mal in ihrem Leben und gleich in zwei Jungen: Joes magisches Lächeln wird nur noch von seinem musikalischen Talent übertroffen; Toby ist stiller Cowboy, mutiger Skater – und Baileys große Liebe. Für Lennie sind sie wie Sonne und Mond; einer stößt ein Fenster in ihrem Herzen auf und lässt das Licht herein, bei dem anderen hat ihr Schmerz ein Zuhause. Als Liebe und Schuldgefühl auf Kollisionskurs gehen, explodiert Lennies Welt ...

Schon als ich das Buch bei englischsprachigen Bloggern gesehen habe konnte hat es eine gewisse Anziehungskraft für mich gehabt. Als ich dann die deutsche Ausgabe mit ihrem wirklich schönen schlichten Cover entdeckt habe, hat mich der Roman direkt noch neugieriger gemacht. Der Klappentext an sich klang für mich nach einer schönen, nachdenklichen, aber auch traurigen Geschichte, die alle Themen des Lebens vereint: Liebe, Freundschaft, Verlust und dazu noch ein gewisses Etwas, das das Ganze von den anderen Büchern unterscheiden würde. Diese Erwartung wurde dann auch grob erfüllt. Zugegebenermaßen habe ich eine ganze Weile gebraucht um wirklich in die Handlung hineinzufinden. Immer wieder habe ich das Buch beiseite gelegt um dann einige Tage später wieder einen Versuch zu starten. Am Anfang jedes Kapitels ist ein Gedicht abgedruckt, das die Protagonistin Lennie irgendwo hingekritzelt hat - Papier, Pappbecher, Äste. An sich fand ich die Idee schön, aber irgendwie hat es meinen Lesefluss doch ziemlich gestört. Die Handlung an sich hat mir ein ähnliches Gefühl vermittelt. Eigentlich eine gute Idee, aber trotz allem konnte mich die Geschichte einfach nicht fesseln. Die ganzen Emotionen wirkten so unnahbar, teilweise oberflächlich und ich bekam die meiste Zeit über keinen direkten Zugang zum Geschehen. Die Story konnte mich nicht mitreißen. Lennies Leben ist eigentlich ein ziemlicher Trümmerhaufen, sie hat nach dem Tod ihrer Schwester keine Ahnung wer sie ist geschweige denn was sie tun soll. Ihre Mutter ist seit Jahren verschwunden, da ist der Freund ihrer Schwester der um sie herum und dann auch noch ein Typ, der Lennie den Kopf verdreht. Wie in vielen anderen Büchern ein Mädchen, das auf dem Weg zu sich selbst ist. Im Grunde war sie mir sympathisch, aber für mich war sie eben einfach eine Protagonistin wie jede andere. Keine, die mir lange im Gedächtnis bleiben wird, weil ich so mit ihr mitgefühlt habe. Und gerade das fand ich wahnsinnig schade, denn die Handlung bietet so viel Platz für Emotionen. Zum Ende hin wurde in meinen Augen dann zum Glück alles noch ein wenig besser und vor allem greifbarer. Die Handlung wirkte nicht mehr so ausgedacht und aufgeschrieben sondern wurde lebendiger. Obwohl mir der Schreibstil gut gefallen hat - rausreißen konnte er das ganze dann auch nicht mehr und so wird mir das Buch wohl eher als ganz gutes, durchschnittliches Buch in Erinnerung bleiben. Es konnte mich einfach nicht begeistern, auch wenn ich das mir sehr gewünscht hätte. Ich kann euch das Buch somit nur bedingt empfehlen, aber schlecht ist es definitiv auf keinen Fall!

Jandy Nelsons Debüt Über mir der Himmel stand auf mehreren Bestenlisten und wurde ein großer internationaler Erfolg. Ihr zweiter Roman Ich gebe dir die Sonne ist New York Times-Bestseller, die Filmrechte sind an Warner Brothers verkauft, er stand ebenfalls auf mehreren Bestenlisten und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Printz Award. Derzeit lebt Jandy Nelson in Kalifornien – nicht weit von den Schauplätzen aus Über mir der Himmel und Ich gebe dir die Sonne -, wo sie sich ganz dem Schreiben widmet. (Quelle: Verlagshomepage cbt)




3 von 5



Ein großes Dankeschön an den cbt-verlag für dieses Rezensionsexemplar!


Mittwoch, 28. Dezember 2016

REZENSION - Wunderstoffe




Titel: Wunderstoffe
Autor: Mark Miodownik
Verlag: DVA (Oktober 2016)
Einband: Gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 304
Preis: ca. 20€ (D)
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: ---

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Warum ist Glas durchsichtig? Wieso bricht Porzellan so leicht? Was macht aus Kakaobohnen gute Schokolade? Warum kann sich Beton selbst heilen? Der englische Materialforscher Mark Miodownik begibt sich tief ins Innere von menschengemachten Materialien, die für uns alltäglich und meist auch ganz unentbehrlich sind, deren Geheimnisse wir aber selten kennen. Er zeigt auf unterhaltsame Weise und für jeden verständlich ihre verborgenen faszinierenden Seiten, die erklären, warum diese Stoffe auf der ganzen Welt verbreitet sind und zu wichtigen Bausteinen unserer Zivilisation wurden.

Nachdem ich momentan sehr gerne Sachbücher lese und außerdem auch noch mein Interesse für die Chemie und ähnliches geweckt wurde, hat mich das Buch neugierig gemacht. Auch das Cover finde ich besonders für ein Sachbuch sehr ansprechend gestaltet und es zeigt, auf welche Materialien bzw. Stoffe man sich freuen kann. Den Aufbau des Buches fand ich wirklich gelungen. Jeder Stoff hat sein eigenes Kapitel und am Anfang dieser Kapitel ist immer wieder das gleiche Bild abgedruckt, auf dem das jeweilige Material gekennzeichnet ist. Der Autor selbst sitzt am Tisch auf der Dachterasse seines Hauses und trinkt Tee. Am Anfang habe ich gar nicht groß darüber nachgedacht, aber im Laufe der Zeit hat sich das immer mehr geändert und ich bin wirklich in die Welt der Stoffe abgetaucht. Der Tisch ist aus Stahl, der Boden aus Beton, das Notizbuch aus Papier und das ist noch lange nicht alles. Zunächst war ich ein wenig skeptisch, ob ich den ganzen Ausführungen im Buch wirklich folgen kann, denn ich bin absolut kein Chemie-Genie oder etwas in der Art und habe mich bisher kaum mit den verschiedenen Materialien unserer Welt beschäftigt. Diese Zweifel wurden zum Glück direkt aus dem Weg geschafft, denn dem Autor ist es gelungen, seine Erklärungen so aufzubauen, dass ich das meiste tatsächlich verstanden habe. Zuerst gibt es die grundlegenden Informationen, dann wird weiter in die Tiefe gegangen. Alles anhand von verschiedenen Beispielen, die immer wieder den Bezug zur Realität aufzeigen. Der Schreibstil war meiner Meinung nach perfekt für dieses Buch, er war zwar nicht super einfach und enthielt einige schwierige Begriffe, aber ich konnte ihm mit einiger Konzentration immer folgen. Eigentlich brauche ich gar keine langen Texte schreiben, sondern mein vordergründigster Gedanke beim und nach dem Lesen sagt schon alles: "Wenn man den Chemie-Unterricht in der Schule so aufgebaut hätte wie dieses Buch, wäre es wohl eines meiner Lieblingsfächer geworden." Mir ist durch das Buch erst richtig klargeworden, wie spannend das Thema Stoffe und Materialien sein kann und genau aus diesem Grund kann ich auch jedem der ein klein wenig Interesse an diesem Thema hat empfehlen es zu lesen. Man braucht zwar durchaus ein wenig mehr Konzentration beim Lesen als bei anderen Büchern und kann es eher nicht am Stück durchlesen, aber das Buch ist definitiv auch für diejenigen geeignet, die in der Schule keine guten Noten in Chemie haben/hatten. 


Mark Miodownik, geboren 1969, ist Materialwissenschaftler am University College London. Bereits 2010 zählte ihn die „Times“ zu den 100 einflussreichsten Wissenschaftlern. In Großbritannien ist er in Radio und Fernsehen ein gefragter Gesprächspartner und Moderator von Wissenschaftssendungen. Miodownik schreibt außerdem regelmäßig für den „Guardian“ und die „Times“. „Stuff Matters“ wurde 2014 als bestes Wissenschaftsbuch des Jahres mit dem Royal Society Winton Prize ausgezeichnet. (Quelle: Verlagshomepage)




4 von 5



Ein ganz herzliches Dankeschön dann den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!


Freitag, 18. November 2016

REZENSION - Monty und ich (Lieblingsbuch)





Titel: Monty und ich
Autor: Louisa Bennet
Verlag: Heyne (November 2016)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 448
Preis: ca. 10€ (D)
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: ---

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Monty ist ein Golden Retriever und, von seiner Schwäche für Käse einmal abgesehen, ein ziemlich vernunftbegabtes Wesen. Als sein geliebtes Herrchen ermordet wird, ist er am Boden zerstört. Zum Glück findet er ein neues Zuhause bei Rose Sidebottom, der Polizistin, die den Fall aufklären soll. Doch die Ermittlungen erweisen sich als kompliziert. Monty kombiniert blitzgescheit: Die Zweibeiner brauchen sofort Hilfe! Zusammen mit seinen tierischen Freunden macht er sich auf die Suche nach dem Täter.

Als ich das Cover gesehen haben war ich schon direkt neugierig auf das Buch, denn es ist wirklich total niedlich gestaltet und das ohne zu viel Kitsch, was mich bei vielen "Hunderomanen" stört. Es passt außerdem hervorragend zur Geschichte, denn die Ratte und der Vogel, die darauf abgebildet sind haben genauso wie der Golden Retriever Monty eine wichtige Rolle in der Handlung. Der Klappentext hat mich ebenfalls auf Anhieb überzeugt, denn die Geschichte klang mal nach etwas anderem als den typischen Hunde-Frauchen-Herrchen-Lovestorys. Ein ermordetes Herrchen und ein hochintelligenter Hund - das klingt einfach nur unterhaltsam und spannend. Ich ging mit relativ hohen Erwartungen an das Buch und hätte wirklich nicht damit gerechnet, dass diese sogar noch übertroffen werden könnten. Doch genau das ist passiert und ich kann gar nicht oft genug sagen, wie sehr ich das Buch liebe. Die Handlung setzt an der Stelle ein, als Montys Herrchen bereits tot ist und der Retriever von Rose, der Polizistin, die den Fall aufklären soll, aus der Tierklinik abgeholt wird. Monty selbst wurde bei dem Versuch sein geliebtes Herrchen zu verteidigen und zu beschützen nämlich auch schwerverletzt. Die meisten Kapitel werden aus Montys Sicht erzählt, was ich einfach nur genial fand. Besonders, weil Monty ein sehr intelligenter Hund ist, dessen Erzählungen mich mehr als einmal zum schmunzeln gebracht haben. Manche Stellen habe ich tatsächlich abfotografiert, um mich noch lange an sie zu erinnern und das tue ich sonst bei fast keinem Buch. Zusätzlich gibt es aber auch einige Kapitel, in denen Rose und ihre Arbeit bei der Polizei im Vordergrund steht. So erfährt man als Leser auch immer etwas über die aktuellen Ermittlungen und den Kenntnisstand der Menschen. Dieser Mix war absolut perfekt für die Geschichte und ich fand beide Perspektiven ausnahmslos toll erzählt und geschrieben und vor allem unglaublich spannend. Die Handlung hat mir nämlich insgesamt richtig gut gefallen, ich konnte das Buch gar nicht mehr zur Seite legen und habe die 450 Seiten tatsächlich an einem Nachmittag/Abend durchgelesen. Dazu trugen aber natürlich auch die Charaktere bei, die ich ganz schnell lieben gelernt und ins Herz geschlossen habe. Monty kann man einfach nur über alles lieben und auch seine tierischen Freunde, zum Beispiel die Ratte Betty, waren allesamt einzigartig und richtig humorvoll in die Geschichte eingebunden. Ihre Charakterzüge waren besser und authentischer ausgearbeitet die mancher Menschen in anderen Romanen und das während ihre artentypischen Merkmale beibehalten wurden. Und auch die menschlichen Charaktere, besonders Rose, mochte ich gerne. Rose war eine sehr liebenswerte, intelligente und auch offene Zweit-Protagonistin und ihre Art zu denken fand ich richtig authentisch und auch manchmal angenehm außergewöhnlich. Zu guter Letzt war auch noch der Schreibstil einfach rundum gelungen und er hat mich ohne auch nur den kleinsten Funken Langeweile durch die humorvolle und spannende Geschichte rund um Monty geführt. Die Autorin hat es wie in meinen Augen kaum ein anderer geschafft, Monty eine authentische Stimme zu geben, die danach schreit gehört bzw. gelesen zu werden und auch mit Rose hat sie eine tolle Protagonistin auf menschlicher Seite geschaffen. Ich kann das Buch absolut jedem nur ans Herz legen (nicht nur Hundebesitzern!). Es ist einfach nur toll und Monty wird auf jeden Fall für immer in meinem Gedächtnis bleiben. Ich hoffe außerdem, dass noch weitere Bücher mit dem einzigartigen Golden Retriever kommen werden und ich noch sehr viel mehr Zeit mit ihm verbringen kann!

Louisa Bennet studierte Literatur an der University of London. Ihr Golden Retriever Pickles brachte ihr das Feld der Hunde-Linguistik näher. Ehrlich gesagt denkt Pickles sich die Krimis aus, und Louisa kümmert sich nur um die Niederschrift. Sie tippt wesentlich schneller als er und lässt sich nicht so leicht von Futter oder vorbeihuschenden Eichhörnchen ablenken. (Quelle: Verlagsseite)




5 von 5



Ein herzliches Dankeschön geht an den Verlag für dieses unglaublich tolle Rezensionsexemplar!



Mittwoch, 16. November 2016

REZENSION - Club der blauen Welt





Titel: Club der blauen Welt
Autor: Albert Espinosa
Verlag: Goldmann (Oktober 2016)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 192
Preis: ca. 10€ (D)
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: ---

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Als der Held des Romans das Sprechzimmer des Arztes betritt und ihn dessen mitleidiger Blick trifft, weiß er sofort: Er wird sterben. Drei Tage bleiben ihm noch. Nie zuvor hatte er das Leben so sehr geliebt wie in jenem Moment, als er es zu verlieren beginnt. Beinahe traumwandlerisch begibt er sich auf seine letzte Reise und gelangt auf eine mystische Insel. Es ist die Abschiedsstation einer Gruppe todgeweihter Jugendlicher, die hierhergekommen ist, um die Welt hinter sich zu lassen, insbesondere die der Erwachsenen mit ihren festen Regeln, den falschen Zwängen, Schuldgefühlen und nie enden wollenden Verpflichtungen. Denn im Angesicht des Todes wissen sie, dass jeder Augenblick, jede Sekunde zählt.


Das Äußere des Buches finde ich nicht mehr als mittelmäßig. Es passt zwar wirklich gut zum Buch "Club der roten Bänder" vom selben Autor, genauso wie der Titel dieses Romans, aber ansonsten kann mich die Gestaltung des Covers leider nicht ganz überzeugen. Es ist zwar auf keinen Fall hässlich, aber besonders originell eben auch nicht. Nachdem mich Albert Espinosa mit seinem letzten Roman noch nicht ganz vom Hocker hauen konnte, war ich wirklich gespannt auf sein neues Werk und habe gehofft, dass mich dieses mehr fesseln kann. Leider wurde ich dahingehend schon ziemlich bald nachdem ich anfing zu lesen enttäuscht. Die Grundlage der Handlung bzw. die Ausgangssituation des Protagonisten war der aus "Club der roten Bänder" zum verwechseln ähnlich. Ein Jugendlicher ist schwer krank, er findet Kinder / Jugendliche in der gleichen Situation und nebenbei wird noch entdeckt, was im Leben wichtig ist. Der Leser erfährt im ganzen Buch keine Namen und diesen Aspekt fand ich tatsächlich sehr schön und auch irgendwie besonders. Leider konnten mich die namenlosen Charaktere dennoch nicht überzeugen und ich habe auch zu dem Protagonisten keine Verbindung aufbauen können. Ich konnte mir ihn nicht vorstellen, er blieb in meinen Augen sehr unnahbar und alles in allem hatte ich nicht das Gefühl, in auch nur annähernd näher kennengelernt zu haben. Mit den anderen Jugendlichen ging es mir ähnlich. Ich las von ihnen ohne sie mir vorstellen zu können und so haben mich auch ihre Schicksale nicht berühren können, weil all diese jungen Menschen keine reale Form in meinem Kopf angenommen haben. Die Idee der Geschichte gefiel mir im Prinzip gut und sie war auch recht originell. Umso toller hätte ich es gefunden wenn sie mich begeistert hätte. Leider war das aber ganz und gar nicht der Fall, denn die Umsetzung und die gesamte Handlung an sich hinterließ bei mir keinen bleibenden Eindruck und konnte mich auch wenig bis gar nicht fesseln. Alles wurde nur so kurz abgehandelt, ohne großartig auf Authentizität zu achten. Dafür wurden noch möglichst viel Dramatik, Poetik und bemüht tiefgründige Gedanken hineingepackt und das alles auf nicht einmal 200 Seiten zusammengepfercht. Meiner Ansicht nach sorgte das dafür, dass die Handlung absolut unrealistisch war und an einigen Stellen auch viel zu viel auf einmal beschrieben und erläutert wurde, so dass mir die tatsächliche Tiefe der Geschichte viel zu kurz kam. Die meiste Zeit über war ich eher genervt von dem Buch, konnte nicht viel damit anfangen und habe mich gefragt, warum man dem ganzen nicht einfach 100 Seiten mehr und ein weiteres Jahr Zeit gegeben hat, denn aus der zugrunde liegenden Idee hätte wirklich etwas werden können. So war ich allerdings froh als ich das Buch beendet hatte und wurde mehr als enttäuscht zurückgelassen. Albert Espinosa finde ich einen wirklich bewundernswerten Mann, aber mit diesem Buch hat er sich mir als Autor leider nicht schmackhaft gemacht und ich werde in Zukunft vermutlich auch kein weiteres Werk von ihm lesen. Wem das Buch "Club der roten Bänder" wirklich super gefallen hat könnte vielleicht auch dieses hier unterhaltsam finden, aber wer schon damit seine Probleme hatte sollte wohl eher die Finger von diesem ähnlich gestalteten Roman lassen. 


Albert Espinosa, geboren 1973, ist Autor, Schauspieler, Film- und Theaterregisseur und lebt in Barcelona. Sein Erstling wurde weltweit in über 20 Sprachen übersetzt und in mehreren Ländern höchst erfolgreich als TV-Serie verfilmt. Seither hat Albert Espinosa diverse weitere Romane und Sachbücher veröffentlicht. (Quelle: Verlagsseite)



              

1,5 von 5



Mein herzlicher Dank geht an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Sonntag, 30. Oktober 2016

REZENSION - Little Secrets: Lügen unter Freunden




Titel: Little Secrets - Lügen unter Freunden
Autor: M.G. Reyes
Verlag: Harper Collins YA (Oktober 2016)
Einband: Broschierte Ausgabe
Seitenanzahl: 304
Preis: ca. 16€ (D)
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: Little Secrets
1. Lügen unter Freunden
2. Schuldige Freunde (August 2017)

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Es klingt wie die Erfüllung eines Traums: Vier Mädchen und zwei Jungs ziehen in ein Haus am Venice Beach. Die Vormundschaft ihrer Eltern sind sie los. Jetzt liegt die große Freiheit vor ihnen. Und so wird die WG zu ihrer neuen Familie. Aber alle sechs haben ein dunkles Geheimnis – das Starlet, die Hackerin und der Sportstar genauso wie die Musikerin, das brave Mädchen und der Außenseiter. Als eine brisante Lüge auffliegt, beginnt ein gefährliches Spiel, bei dem bald jeder seine eigene Haut retten will …

Nachdem mir das Cover direkt auf den ersten Blick unfassbar gut gefallen hat, wollte ich das Buch auf jeden Fall lesen. Der Klappentext klang für mich nach nichts Neuem, aber auch nicht schlecht und so war ich sehr neugierig auf die Geschichte und hatte auch recht hohe Erwartungen an sie. Die ersten fünfzig Seiten zogen sich dann aber doch eher etwas dahin, denn dadurch, dass es ganze sechs Protagonisten und Protagonistinnen gab musste natürlich erst einmal einiges erklärt und Zusammenhänge und Hintergründe erläutert werden. Hier fand ich die Auflistung aller Jugendlicher  mit einer kurzen Info zu jedem vorne auf der Klappe des Umschlags sehr hilfreich, denn so konnte ich mich immer wieder orientieren um wen es denn im jeweiligen Abschnitt ging. Verwirrend war es aber trotzdem und ich musste mich wirklich konzentrieren um auch alles weitgehend mitzubekommen und aufzunehmen. In den einzelnen Kapiteln steht immer eine Person im Vordergrund, was ich an sich gut fand, da man so über jeden immer mal wieder etwas erfährt, das die anderen Charaktere noch nicht wissen und allgemein Spannung dadurch aufgebaut wird, dass immer mehr Puzzleteile auftauchen, die auch nach und nach neue Fragen aufwerfen. Mit den Charakteren im Einzelnen wurde ich leider nicht warm, sie waren eher oberflächlich beschrieben und auch zum Teil nichts ganz so authentisch dargestellt. Mit einigen konnte ich nur teilweise etwas anfangen, mit anderen beinahe überhaupt nichts. Trotzdem ließ sich das Buch sehr schnell lesen und die Seiten verflogen wirklich nur so, auch wenn ich mir bis jetzt nicht erklären kann, woran das lag. Die Handlung an sich fand ich nämlich gar nicht so spannend, zwar auch nicht langweilig, aber richtig mitreißen konnte mich die Geschichte an keinem einzigen Punkt. Es gab zwar viele mysteriöse Geheimnisse und offene Fragen, aber irgendwie passierte einfach nichts, das ein wenig Action in die Sache gebracht hätte. Den Schreibstil mochte ich ganz gerne, aber was mich wirklich sehr gestört hat waren die Schreib- und Grammatikfehler, die mir doch mehr als nur einmal aufgefallen sind und die den Lesefluss dann doch deutlich gestört haben. Diese wurden dann aber gegen Ende des Buches auch weniger und sogar die Handlung nahm in den letzten fünfzig Seiten doch noch etwas an Fahrt auf. Es werden die ersten Fragen beantwortet, es passieren einige Dinge und es gibt auch ein paar "Überraschungen", die allerdings für mich nicht wirklich überraschend waren, sondern eher vorhersehbar. Ganz am Ende wurde ich dann plötzlich mit Informationen, Zusammenhängen und merkwürdigen Geschehnissen überschüttet, was ich persönlich irgendwie unpassend fand. Das ganze Buch über plänkelt alles nur so vor sich hin und dann geht auf einmal alles so schnell und wird so kurz abgehandelt, so dass ich nach Beenden des Buches relativ verwirrt war und manche Dinge sich mir noch nicht ganz erschlossen hatten. Im Großen und Ganzen konnte der Auftakt dieser neuen Trilogie bei mir nur mit der äußeren Gestaltung und dem Grundansatz der Geschichte punkten, die Umsetzung ließ allerdings in sämtlichen Punkten zu wünschen übrig. Mich hat das Buch nicht gelangweilt und ich hatte es schnell gelesen, aber spannend war es auch nicht besonders und ich bin auch noch unentschlossen, ob ich dem zweiten Band eine Chance geben werde. Wer diese Trilogie auslässt wird wohl nichts verpassen - weder eine originelle Idee noch eine tolle Handlung oder beeindruckende Charaktere. Ich kann den ersten Band daher leider nicht weiterempfehlen.

M.G. Reyes, geboren in Mexico City, wuchs im englischen Manchester auf. Sie studierte an der Oxford University und arbeitete ein paar Jahre als Wissenschaftlerin, bevor sie eine Internetfirma gründete. Heute lebt M.G. Reyes mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Oxford und besucht so oft wie möglich Los Angeles. (Quelle: Verlagsseite)



2,5 von 5

Samstag, 29. Oktober 2016

REZENSION - Die Mühle





Titel: Die Mühle
Autor: Elisabeth Herrmann
Verlag: cbt (August 2016)
Einband: Gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 448
Preis: ca. 18€ (D)
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: ---

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The Court – das waren die Coolen. Die Unerreichbaren. Die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben?
Die Kings und Queens der coolen Clique sind zwar wenig begeistert, als Lana statt ihres siebten Mitglieds bei ihrem Treffen auftaucht. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Trip führt die Clique in eine alte abgelegene Mühle, umgeben von Wildnis. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als der erste der Freunde verschwindet, bricht Panik in der Gruppe aus …

Nachdem ich bereits 'schattengrund' von Elisabeth Herrmann gelesen hatte und mir das Buch nicht sehr gefallen hat war ich umso gespannter auf diesen neuen Thriller der Autorin. Sowohl Cover als auch Klappentext machten mich nämlich direkt neugierig und ich wollte unbedingt wissen ob es Elisabeth Herrmann nicht doch noch gelingen würde, mich zu begeistern. Das Cover sieht ziemlich cool aus, es wirkt etwas bedrohlich und trotzdem nicht zu reißerisch und passt perfekt zum Inhalt. Als ich anfing zu lesen stellte sich bei mir schnell das übliche Gefühl ein das ich beim lesen von Thrillern habe. Ich war gespannt auf den Verlauf die Handlung und mir lief ab und zu mal ein kleiner Schauer über den Rücken. Die Atmosphäre stimmte somit einigermaßen, aber leider konnte mich die Grundidee der Geschichte nicht überzeugen. Sie war absolut nicht originell oder neuartig oder besonders genial, viel mehr erinnerte sie mich an viele andere Bücher, die ich zuvor gelesen hatte. Mit den Charakteren ging es mir ähnlich. Lana, die wichtigste Protagonistin und Erzählerin der Geschichte, war mir zwar nicht unsympathisch, aber ich habe sie auch nicht besonders ins Herz geschlossen. Ich konnte ihre Gefühle und Handlungen oft nur schwer nachvollziehen und verstehen und zum Teil hat sie mich etwas genervt. Aber auch die restlichen Protagonisten konnten mich nicht so ganz überzeugen. Jeder von ihnen war irgendwie da und erlebte die mysteriöse Geschichte mit, aber kennengelernt habe ich sie kaum. Die Handlung fand ich grundsätzlich nicht ganz so toll, sie war überhaupt nicht originell und ich hatte das Gefühl schon mindestens drei ganz ähnliche Geschichten gelesen zu haben. Es gab in meinen Augen kaum Aspekte, die neu waren und so hob das Buch sich wirklich nicht von anderen dieser Art ab. Langweilig fand ich die Handlung zwar nicht und das Buch ließ sich auch relativ leicht und schnell lesen, aber fesseln konnte es mich eher weniger. Ich würde schon sagen, dass es mich unterhalten hat und für zwischendurch ist es ganz nett, aber für mich hätte das Buch auch halb so viele Seiten haben können und es hätte mir auch gereicht. Dem Schreibstil stehe ich ziemlich neutral gegenüber, ich fand ihn weder besonders gut noch besonders schlecht. Abschließend kann ich sagen, dass ich das Buch trotz der vielen Kritikpunkte nicht schlecht fand, aber fesseln könnte es mich nur an wenigen Stellen. Wem die anderen Bücher von Elisabeth Herrmann gefallen haben könnte sich bestimmt auch mit diesem Buch anfreunden, aber mich kann die Autorin nach wie vor nicht begeistern.

Elisabeth Herrmann wurde 1959 in Marburg/Lahn geboren. Sie machte Abitur auf dem Frankfurter Abendgymnasium und arbeitete nach ihrem Studium als Fernsehjournalistin beim RBB, bevor sie mit ihrem Roman "Das Kindermädchen" ihren Durchbruch erlebte. Fast alle ihre Bücher wurden oder werden derzeit verfilmt: Die Reihe um den Berliner Anwalt Vernau sehr erfolgreich mit Jan Josef Liefers vom ZDF. Elisabeth Herrmann erhielt den Radio-Bremen-Krimipreis und den Deutschen Krimipreis 2012. Sie lebt mit ihrer Tochter in Berlin. (Quelle: Verlagsseite)



2,5 von 5



Ein ganz herzliches Dankeschön an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Freitag, 28. Oktober 2016

REZENSION - Es ist gefährlich bei Sturm zu schwimmen




Titel: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
Autor: Ulla Scheler
Verlag: Heyne fliegt (August 2016)
Einband: Broschierte Ausgabe
Seitenanzahl: 368
Preis: ca. 15€ (D)
Alter: ab  14Jahren
Reihe: ---

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Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches …

Schon als ich nur den Titel des Buches gelesen und das Cover gesehen hatte, war mir klar: dieses Buch muss ich einfach haben und lesen. Der Titel klingt mysteriös, spannend und irgendwie poetisch und am Cover gefällt mir besonders, dass es schlicht und durch die bewegten Wellen gleichzeitig aufregend aussieht. Der Klappentext hat mich, obwohl er nicht vollkommen neuartig klang, ebenfalls direkt neugierig gemacht und so dauerte es gar nicht lange bis ich das Buch tatsächlich zur Hand nahm und anfing zu lesen. Leider war ich zunächst ein kleines bisschen enttäuscht vom Anfang der Geschichte. Die Handlung fing damit an, dass Hannas bester Freund Ben plötzlich wieder auftaucht und vor ihrer Tür steht - bereit sie zu einem Roadtrip abzuholen. Dann kam das übliche Freundschafts-Liebe-Stress Drama, Hanna weiß nicht so ganz was sie möchte und letztendlich geht sie doch mit Ben los. Sie erstellen eine Liste was sie noch tun möchten, Ben verhält sich ab und zu unmöglich und schließlich landen sie am Meer, wo ein mysteriöses Mädchen ihnen eine unheimliche Legende erzählt. Erst ab diesem Moment wurde die Handlung, die bisher ziemlich eintönig und nicht besonders originell war, in meinen Augen tatsächlich spannend und nahm immer mehr an Fahrt auf. Auch Hanna mochte ich dann langsam ein wenig lieber, weil sie nicht mehr ganz so unentschlossen war und ich mich auch ein wenig an ihre Art und ihren Charakter gewöhnte. Ben hingegen konnte ich leider immer noch nicht so gut leiden, auch wenn ich nicht so richtig sagen kann, was mich an ihm störte. Ich fand ihn zum Teil ziemlich egoistisch und auch kein Stück einfühlsam und auch insgesamt war er mich einfach nicht sympathisch. Zum Glück war die zweite Hälfte der Handlung deutlich besser als die Charaktere, ich mochte sie wirklich gerne und konnte das Buch auch kaum noch auf die Seite legen. Viel zu neugierig war ich auf die Auflösung der ganzen Geschichte und was es mit der Legende auf sich hat wollte ich natürlich auch unbedingt wissen. Im Endeffekt hatte ich aber von dem Buch im Großen und Ganzen etwas ganz anderes erwartet und auch deutlich mehr. Ich hätte mir mehr Spannung und Originalität erwartet, auf die mich der geniale Titel doch hoffen ließ. Auch wenn ich den Schreibstil mochte und die Handlung insgesamt ganz gut fand kann ich das Buch besonders aufgrund des Gesamteindrucks der Geschichte und der Charaktere nur als "ganz gut" bewerten und es auch nur bedingt weiterempfehlen. Die Grundidee der Geschichte hat mir gut gefallen, die äußere Gestaltung finde ich auch super, aber die Umsetzung wies einige Mängel auf und konnte mich nur teilweise überzeugen.

Ulla Scheler wurde 1994 in Coburg geboren. Bücher liebt sie schon seit ihrer Kindheit. Nach dem Abitur arbeitete sie in einem Krankenhaus, beim Fernsehen und in einem marokkanischen Hotel. Bis sie dann endlich ihren Debütroman fertig schrieb, der schon seit drei Jahren darauf wartete, veröffentlicht zu werden. Die Autorin lebt in München und studiert Psychologie. (Quelle: Verlagsseite)



2,5 von 5


Vielen herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

Donnerstag, 13. Oktober 2016

REZENSION - Es. ist. nicht. fair.




Titel: Es. ist. nicht. fair.
Autor: Sarah Benwell
Verlag: Hanser (Juli 2016)
Einband: Gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 352
Preis: ca. 18€ (D)
Alter: ab 14 Jahren
Reihe: ---

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Mit der Diagnose ALS ist nichts mehr, wie es war, für den 17-jährigen Sora. Er wird sterben. Bald. Konfrontiert mit dieser Wahrheit sucht Sora nach einem Rest Selbstbestimmung und Würde. Einen geschützten Raum findet er in Chats im Internet. Hier findet er auch neue Freunde: die vom Zeichnen besessene Mai und den liebenswerten Kaito. Doch werden die beiden ihn auch noch mögen, wenn sie ihn richtig kennenlernen? Wenn sie alles über ihn wissen? Soras Gedanken kreisen immer konkreter um den Plan, wenigstens den Zeitpunkt seines Todes selbst zu bestimmen. Nur dafür braucht er die Hilfe seiner Freunde.

Das Cover finde ich wirklich schön gestaltet, auch wenn mir die Farbe ein wenig zu eintönig und langweilig ist. Es passt wunderbar zur Geschichte und strahlt eine ruhige, aber auch etwas nachdenkliche Stimmung aus und das Wort das mir beim anschauen als erstes in den Sinn kommt ist mehr als passend: loslassen. Unter anderem darum geht es in der Geschichte, in der Sona die Hauptrolle spielt. Sona ist 17 Jahre alt und hat ALS, eine schwerwiegende Erkrankung des Nervensystems, deren Fortschreiten sich nicht verhindern lässt. Inzwischen ist der Junge an seinen Rollstuhl gebunden, sein Körper versagt ihm mehr und mehr den Dienst und ihm ist klar, dass er in absehbarer Zeit einen unschönen Tod sterben wird. Auf der Suche nach ein wenig Normalität meldet er sich in einem Chatroom an. Die Handlung setzt in etwa an dem Punkt ein als Sona das tut. Zunächst war ich wirklich gespannt auf das Buch, weil ich noch nie ein Buch über die Krankheit ALS gelesen habe und mir relativ viel von der Geschichte erwartet habe. Daher wurde ich eher enttäuscht als ich mich durch die ersten Kapitel las. Es gab viele ganze Chats, die als solche abgedruckt sind, die ich einfach nur unrealistisch und weltfremd fand. Ich kann mir nicht vorstellen, dass auch nur ein einziger Jugendlicher heutzutage in dieser Weise und mit dieser Ausdrucksweise chattet. Trotzdem las ich relativ schnell weiter, aber auch mit der Zeit wurde meine Begeisterung für das Buch nicht wirklich groß. An sich fand ich die Handlung wirklich schön, mir gefiel die grundsätzliche Idee dahinter und auch die Beschreibungen von Sonas Alltag mit seiner Krankheit waren für mich authentisch. Zum Teil hätte man hier noch ein wenig mehr auf die Probleme eingehen können, die sich ihm in den Weg stellen, aber prinzipiell fand ich diesen Aspekt der Geschichte gut gelungen. Auch Sona selbst war mir nicht unsympathisch, aber so richtig mit ihm mitfühlen konnte ich nur selten. Die Beziehung zwischen ihm und den anderen Charakteren kam mir oft gestellt und unnatürlich vor, nicht selten auch zu primitiv und oberflächlich und ganz besonders gestört hat mich die Scheinheiligkeit, die auf mich zumindest wie eine solche gewirkt hat. Probleme gab es im Angesicht der komplizierten und dramatischen Situation viel zu wenig und die Charaktere gingen manchmal so befremdlich miteinander um, dass ich sogar ein paar mal richtig wütend wurde. Meiner Meinung nach hat die Handlung und die ganze Idee unheimlich großes Potenzial, da ALS in letzter Zeit auch immer wieder in den Medien aufgetaucht ist und die Krankheit und das Leben bzw der Tod mit ihr bestimmt viele Menschen, auch Jugendliche, interessiert. Leider war ich letztendlich ziemlich enttäuscht von dem Buch, auch wenn es sich trotz allem nicht zu dramatisch in die Länge gezogen hat und zumindest der Schreibstil gut und flüssig zu lesen war. Normalerweise lese ich wirklich gerne Bücher mit Krankheiten und Problemen aller Art, aber diese Geschichte konnte mich absolut nicht packen und ich kann sie daher leider nicht weiterempfehlen. Zu groß war in meinen Augen die fehlende Authentizität. 


Sarah Benwell lebt in Bradford Upon Avon und hat einen Magister für junges kreatives Schreiben an der Universiät von Bath Spa gemacht. Neben ihrem eigenen Schreiben gibt sie Schreibworkshops für Teenager und ist auf vielen Online-und Social Media-Plattformen aktiv. Mit über 5000 Followern auf den Seiten, auf denen sie schreibt und chattet, ist sie „eine bekannte Online-Persönlichkeit”. Es.Ist.Nicht.Fair. (2016) ist ihr Debüt. (Quelle: Verlagsseite



2,5 von 5



Ein ganz herzliches Dankeschön geht an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar!