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Samstag, 27. August 2016

REZENSION - High




Titel: High
Autor: Karen Ollrogge
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf (Dez '14)
Einband: Taschenbuch
Seitenanzahl: 272
Preis: ca. 10€ (D)
Alter: ab 15 Jahren
Reihe: ---

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Manchmal hat Ella das Gefühl, als ob sie einem schmalen Pfad folgt, an dem rechts und links nur ein Abgrund klafft. Gerade als sie mit dem Gedanken spielt, sich in diese Tiefe zu stürzen, lernt sie den 18-jährigen Chris kennen. Doch mit Chris hält nicht nur die Liebe Einzug in ihr Leben, sondern auch Alkohol, Partys und Drogen. Ehe sie es sich versieht, gerät Ella in einen Strudel: Die Feiern werden exzessiver, die Schule unwichtiger, die Drogen härter und die Realität farbloser. Als Chris von der Bildfläche verschwindet, lernt Ella schnell neue Leute kennen, doch auch die vermögen der Bedeutungslosigkeit keinen Sinn zu geben. Bald steht Ella wieder am Abgrund – und vor der Frage, ob ein Leben ohne Farbe überhaupt noch lebenswert ist.

Ich lese sehr gerne Bücher in denen es um Probleme geht, die Jugendliche heutzutage haben können - Süchte, Krankheiten, Schicksalsschläge und ähnliches. Als ich dann ein bisschen im Internet gestöbert habe bin ich auf 'high' gestoßen und das Buch hat direkt mein Interesse geweckt. Das Cover wurde ansprechend gestaltet, besonders die Farben finde ich sehr passend und letztendlich sieht es trotz dem ernsten Thema ziemlich cool aus. Als ich anfing zu lesen habe ich eine Weile gebraucht um richtig in die Situation der Protagonistin Ella einzusteigen. Sie war mir zwar nicht direkt unsympathisch, aber ich konnte viele ihrer Handlungen nicht nachvollziehen und fand sie auch von Anfang an ziemlich naiv und unbedacht. Wie man sich nach dem Titel schon denken kann dreht sich die gesamte Handlung um Ella und ihre Erfahrungen mit Alkohol und Drogen welche für mich relativ schlüssig aber dennoch nicht immer realistisch klangen. Viele Dinge, die (auch zum Teil durch ihr Verhalten) in ihrem Umfeld passieren wirkten auf mich einfach nicht so als könnten sie genau so passieren. Allerdings kann ich hier natürlich nur für mich sprechen, da ich selbst keine Erfahrungen dieser Art gemacht habe. Ehrlich gesagt hätte ich erwartet, dass mich die Geschichte ein wenig mehr 'schockiert' und auch durchgängig die Schattenseiten mehr in den Vordergrund treten, die sich nach und nach einschleichen. Im Grunde hat mir die Handlung trotz allem wirklich gut gefallen und ich denke, dass sie mehr Jugendliche ansprechen wird als ein 'Erfahrungsbericht' - einfach, weil eine gewisse Spannung besteht und ziemlich viel Action herrscht. Ich konnte auch bei Ella eine riesige Veränderung zwischen Anfang und Ende sehen, die meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet und durchdacht war. Es wurde dadurch auf jeden Fall aufgezeigt wie Drogen einen Menschen verändern können. Was mich allerdings leider am meisten gestört hat war, dass zusätzlich noch eine Essstörung miteinbezogen wurde, die das ganze für mich einfach komplett übertrieben hat - besonders weil sie immer nur ganz kurz auftaucht, das Drama verstärkt und dann wieder aus den Erzählungen weggelassen wird bis sie erneut stark auftaucht. Aus meiner eigenen Erfahrung finde ich diesen Aspekt der Protagonistin und Geschichte ziemlich unrealistisch und hätte es besser gefunden wenn sich die Autorin hier auf das hauptsächliche Problem konzentriert hätte. Nachdem ich das Buch trotz aller Kritik an einem Tag durchgelesen habe konnte mich das Ende leider nicht vollständig zufriedenstellen, was aber vor allem daran liegt, dass es für meinen Geschmack zu offen war, was für einige Leser vermutlich kein so großes Problem sein wird. Im großen und Ganzen hat mir das Buch trotz einiger Kritikpunkte ganz gut gefallen, weil es nie langweilig wurde und ich die Geschichte gerne gelesen habe. Außerdem möchte ich der Autorin, die das Buch schon in einem wirklich jungen Alter von 17 geschrieben hat, noch meinen Respekt aussprechen und ich bin mir ganz sicher, dass wir von ihr noch hören werden. Ihr erster Roman war für mich ein zwar noch ausbaufähiger aber trotzdem guter Auftakt und ich kann das Buch auch an Teenager weiterempfehlen, die auch gerne Bücher über solche Problematiken lesen und sich trotzdem nicht durch eine langweilige Geschichte quälen wollen. 

Karen Ollrogge 1997 in Berlin geboren, begann bereits mit sechs Jahren, Kurzgeschichten zu schreiben, und schuf mit HIGH ihren ersten Roman, in dem sie Eindrücke ihrer Generation verarbeitet. Nach ihrem Abitur im Jahr 2015 will sie sich nun auch weiterhin dem Schreiben widmen. 
(Quelle: Verlagsseite - leicht abgeändert)



3,5 von 5


Montag, 24. März 2014

Rezension: Bunker Diary




Titel: Bunker Diary
Autor: Kevin Brooks
Verlag: dtv (März 2014)
Einband: Broschierte Ausgabe
Seitenanzahl: 300
Preis: ca. 13€ (D)
Alter: ab 15 Jahren
Reihe: ---

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Sechs Personen in einem Bunker, festgehalten von einem namenlosen Entführer, dessen Identität ebenso unklar ist wie sein Motiv. Der sechzehnjährige Linus ist der Erste. Die neunjährige Jenny sowie vier Erwachsene folgen. Der Willkür des unbekannten Täters ausgesetzt, suchen Linus und seine Mitgefangenen nach einem Weg, in dieser gnadenlosen Situation das zwangsweise Miteinander erträglich zu machen. Doch als der Entführer beginnt, sie aufeinanderzuhetzen und anbietet, einen von ihnen um den Preis des Lebens eines der anderen freizulassen, eskaliert die Situation . . .

Eigentlich hatte ich noch nicht besonders viel von dem Buch gehört bevor ich es gekauft habe. Auch das Cover gefällt mir eigentlich nicht so richtig gut, weshalb ich mir immer noch nicht im Klaren darüber bin, warum ich "Bunker Diary" überhaupt gekauft habe. Zwar passt die Aufmachung wunderbar zum Inhalt, aber meiner Meinung nach hätte man es doch noch ein klein wenig gruseliger und düsterer gestalten können. Der Klappentext hat mich zwar schon neugierig gemacht, aber auch er hat das Buch für mich noch nicht zu einem Must-Read gemacht. Als ich anfing das Buch zu lesen fand ich es mittelmäßig. Es war zwar nicht komplett langweilig, aber die Spannung ließ doch sehr auf sich warten. Zunächst wird sehr genau beschrieben, wie die sechs Gefangenen nach und nach im Bunker eintreffen und man erfährt zum Teil auch viel über ihr Leben und auch über die anfängliche Beziehung zwischen den jeweiligen Entführten. Dieser Teil des Buches wurde meiner Meinung nach einfach zu sehr in die Länge gezogen, so dass es mich nicht fesseln konnte. In der zweiten Hälfte nahm die Spannung zwar zu, aber irgendwie hatte ich trotzdem nicht dieses Gänsehaut-Feeling, dass ich sonst bei vielen Thrillern habe und zusätzlich hatte ich auch nicht das dringende Bedürfnis, zu erfahren, wie alles ausgeht. Linus war mir zwar relativ sympathisch, aber dennoch wurde ich nicht richtig mit ihm warm. Somit war die Handlung an sich für mich nicht schlecht, aber auch nicht wirklich toll. Einzig und allein Kevin Brooks Schreibstil konnte mich voll und ganz überzeugen, denn ich fand ihn richtig gut und allein deswegen werde ich mit Sicherheit noch ein anderes Buch von ihm lesen. Ich kann euch das Buch leider nur empfehlen, wenn ihr keine große Spannung erwartet. 

Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans ›Martyn Pig‹ ist er freier Schriftsteller. Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, für den er innerhalb von sieben Jahren fünf Mal nominiert und den er zwei Mal erhalten hat. Seit 2011 schreibt er auch Kriminalromane für Erwachsene. (Quelle)



2,5/5