
Sechs Personen in einem Bunker, festgehalten von einem namenlosen Entführer, dessen Identität ebenso unklar ist wie sein Motiv. Der sechzehnjährige Linus ist der Erste. Die neunjährige Jenny sowie vier Erwachsene folgen. Der Willkür des unbekannten Täters ausgesetzt, suchen Linus und seine Mitgefangenen nach einem Weg, in dieser gnadenlosen Situation das zwangsweise Miteinander erträglich zu machen. Doch als der Entführer beginnt, sie aufeinanderzuhetzen und anbietet, einen von ihnen um den Preis des Lebens eines der anderen freizulassen, eskaliert die Situation . . .
Eigentlich hatte ich noch nicht besonders viel von dem Buch gehört bevor ich es gekauft habe. Auch das Cover gefällt mir eigentlich nicht so richtig gut, weshalb ich mir immer noch nicht im Klaren darüber bin, warum ich "Bunker Diary" überhaupt gekauft habe. Zwar passt die Aufmachung wunderbar zum Inhalt, aber meiner Meinung nach hätte man es doch noch ein klein wenig gruseliger und düsterer gestalten können. Der Klappentext hat mich zwar schon neugierig gemacht, aber auch er hat das Buch für mich noch nicht zu einem Must-Read gemacht. Als ich anfing das Buch zu lesen fand ich es mittelmäßig. Es war zwar nicht komplett langweilig, aber die Spannung ließ doch sehr auf sich warten. Zunächst wird sehr genau beschrieben, wie die sechs Gefangenen nach und nach im Bunker eintreffen und man erfährt zum Teil auch viel über ihr Leben und auch über die anfängliche Beziehung zwischen den jeweiligen Entführten. Dieser Teil des Buches wurde meiner Meinung nach einfach zu sehr in die Länge gezogen, so dass es mich nicht fesseln konnte. In der zweiten Hälfte nahm die Spannung zwar zu, aber irgendwie hatte ich trotzdem nicht dieses Gänsehaut-Feeling, dass ich sonst bei vielen Thrillern habe und zusätzlich hatte ich auch nicht das dringende Bedürfnis, zu erfahren, wie alles ausgeht. Linus war mir zwar relativ sympathisch, aber dennoch wurde ich nicht richtig mit ihm warm. Somit war die Handlung an sich für mich nicht schlecht, aber auch nicht wirklich toll. Einzig und allein Kevin Brooks Schreibstil konnte mich voll und ganz überzeugen, denn ich fand ihn richtig gut und allein deswegen werde ich mit Sicherheit noch ein anderes Buch von ihm lesen. Ich kann euch das Buch leider nur empfehlen, wenn ihr keine große Spannung erwartet.
Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans ›Martyn Pig‹ ist er freier Schriftsteller. Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, für den er innerhalb von sieben Jahren fünf Mal nominiert und den er zwei Mal erhalten hat. Seit 2011 schreibt er auch Kriminalromane für Erwachsene. (Quelle)
2,5/5



